Miteinander

Normale Version: Handy - nein Danke! ... oder wie oder was oder wer ???
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Ich möchte hier einen Gedankenaustausch zum Artikel von Volker Keller in der kh4-59, Seite 4, beginnen und dich fragen, wie hältst du das mit der Handynutzung bzw heute eher Smartphonenutzung?


Legst du ganz gezielt handyfreie Zeiten ein, in denen du es bewusst abschaltest und auch gedanklich davon frei machst?



Bist du der Meinung, dass die Qualität der Beziehung zu anderen Menschen Schaden leidet, weil diese nie ganz bei der Sache sind, immer mit mindestens einem halben Ohr und einem Gedanken bei der möglichen neuen Nachricht, die vielleicht gleich reinkommen könnte und auf die man umgehend zu antworten hat?



Oder ... was sind deine Gedanken zur ständigen Erreichbarkeit in unserer heutigen Zeit?

wollte nur die kh4 runterladen

Hmmm, ich hab den Artikel noch nicht gelesen, werde ich gleich nachholen, aber ich stimme bereits jetzt deiner Anmerkung zu, dass die Qualität der Beziehung leidet, wenn dauernd auf das PIEP gewartet wird und somit keine echte Präsenz entstehen kann. Ich finde das SEHR traurig, geradezu unmenschlich. Sad
Ich habe mein Smartphon zwar meistens dabei, aber meine Handy-Nr. ist kaum jemandem bekannt. Ich benutze es fast nur für E-Mails und WhatsApp und auch nur dort, wo ich per WLAN ins Netz komnme. Und ich mache gern Fotos an Stelle von Papiernotizen. Wenn ich im Garten sitze und lese und es kommt mir ein unbekannter Begriff unter oder eine Frage, dann schaue gern gleich mal schnell im Internet nach oder schicke eine kurze Mail an jemanden.

Ich denke auch, dass das Handy älteren Menschen Sicherheit gibt, wenn sie unterwegs sind.

Der Gemeindebriefbeitrag von Pastor Keller richtet sich ja nicht grundsätzlich gegen Handys, sondern hinterfragt deren Benutzung. Aber auch da gibt es keinen Königsweg. Ich las vor einiger Zeit von einer Pastorin in einer weitläufigen Gemeinde. Sie schien kaum noch einen Schreibtisch zu haben, sondern erledigte ihre Arbeit hauptsächlich von unterwegs. Sie war bei den Menschen ihrer Gemeinde und für jeden gut erreichbar. Auch einen großen Teil ihrer Familienaufgaben wurden von unterwegs organisiert. Und sie war glücklich in ihrem Beruf.
... *lach* so kann es kommen. Da wollte man was ganz Anderes und dann...

Ich stimme dir zu. Wenn Menschen immer mit mindestens einem halben Ohr darauf spannen, ob eine neue WhatsApp Nachricht, SMS oder ... reinkommt, dann leidet die Beziehungsqualität enorm darunter.

Wenn ich mit jemandem meine Zeit verbringe, wenn ich etwas über diese Person im direkten Gespräch (Aug-in-Auge) erfahren und etwas über mich mitteilen möchte, dann möchte ich volle Aufmerksamkeit geben und erhalten und diese nicht mit irgendwelchen möglichen Nachrichten teilen müssen. Da erwarte ich aufrichtiges Interesse und Präsenz. Die es nicht geben kann, wenn ich dauernd mit den Gedanken beim Smartphone bin und dass ich dort etwas verpassen könnte.

Ich vergleiche das gerne mit diesem Bild:
ich sitze mit einer Person in einem Zimmer, um mich zu unterhalten und andauernd -unplanbar- reisst jemand die Tür auf, ruft meinem Gegenüber irgendetwas zu, und verschwindet dann wieder. Erwartet aber möglichst umgehend eine Antwort.

Ich glaube, DAS fänden wir alle einfach nur unhöflich und daneben, oder?
Aber im Prinzip ist das genau WhatsApp oder SMS, wenn wir es uns angewöhnt haben, immer auf dem Sprung zu sein (oder glauben sein zu müssen).

Ich hätte gerne deine Meinung zu meinem "Bild". Stimmst du zu? Siehst du es anders? Wenn ja, wie?

Lieber Gruß,
crazy

@Fried
Du benützt auch WhatsApp. Was mich interessieren würde, wenn du dich mit jemandem zum Reden verabredest, machst du das Smartphone dann aus?

Falls nicht, merkst du an dir selbst, dass du teilweise auf Nachrichten wartest/spannst oder vergisst du das Smartphone bei einem Gespräch total?

Wie geht es dir damit, wenn du bemerkst, dass dein Gegenüber immer wieder auf das Smartphone und mögliche Nachrichten linst (bei einem vereinbarten -nicht zufälligen- Treffen)?


Ja, es gibt sicherlich gute Gründe für die Nutzung, da stimme ich auch zu (Papiereinsparung, Recherche...).

Mein Kritikpunkt ist, wenn das Smartphone die Menschen regiert, hörig macht, unter Druck setzt, weil sie meinen, ständig reagieren zu müssen und deshalb die Gegenwart verpassen. Was auch der Beziehung zu anderen Menschen, die direkt neben ihnen -nicht irgendwo- sind, beeinflusst.

Ich finde es befremdlich, wenn ich Personen im Zug beobachte, die sich kennen, die zusammen eingestiegen sind und auch wieder aussteigen, die aber nebeneinander sitzen und lieber Nachrichten mit anderen teilen, als sich mit denen zu unterhalten, mit denen sie gerade unterwegs sind. Das empfinde ich als "unmenschlich", es macht Menschen ärmer, verlernt man so nicht, Gestik, Mimik zu deuten? Verlernt man so nicht die Empathiefähigkeit (um die es eh nicht besonders gut bestellt scheint, wenn ich an all die Hate-Beiträge und Online-Hetze denke, die viele erfahren).


Auch stimme ich zu, dass ein Smartphone Sicherheit geben kann. Aber darum geht es bei meiner Grundfrage ja nicht.

Dass es im Einzelfall -wie für die Pastorin- nützlich sein kann, bezweifle ich ebenfalls nicht.

Wie bereits beschrieben, geht es mir um diese Basisfragen, die ich weiter oben stelle.

Wie ist deine Meinung dazu?

Lieber Gruß,
crazy
...einen weiteren Artikel. Diesmal von Ulrike Bänsch, auf Seite 7.
Hier der Link zur kh4.
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